Die üblichen Verdächtigen - 5-Sterne-Mindfuck

Fight Club

wegweisender Kultfilm

Unsere Bewertung
Eure Bewertung
[Anzahl der Stimmen: 13 Durchschnitt: 4.5]

Mindfuck-Level: Fortgeschrittener

1999 war das Jahr, in dem der Mindfuck endgültig auf Hollywoods Landkarte erschien. Zwar hatten Filme wie Die üblichen Verdächtigen auch vorher schon Achtungserfolge erzielt, doch kurz vor der Jahrtausendwende widmeten sich zwei Filme dem Mindfuck, die außerdem noch beachtliche Starpower und ein großes Budget mitbrachten: The Sixth Sense und Fight Club. Während The Sixth Sense schon an der Kinokasse große Erfolge erzielte, war Fight Club dort eher durchschnittlich unterwegs. Doch David Finchers Verfilmung eines Romans von Chuck Palahniuk wurde durch seine Mischung aus Gesellschaftskritik und Mindfuck schnell zum Kultfilm – und das völlig zurecht.

Wege aus der Schlaflosigkeit

Ein namenloser Erzähler (Edward Norton) wird von Tyler Durden (Brad Pitt) mit einer Pistole bedroht. Er erzählt die Geschichte, wie es so weit kommen konnte:

Einige Monate zuvor: Der Erzähler leidet unter permanenter Schlaflosigkeit und beginnt, sich in Selbsthilfegruppen einzuschleichen. Er teilt zwar nicht das Leid der anderen Teilnehmer, findet dort aber trotzdem die Möglichkeit, sich gehen zu lassen und seine Schlaflosigkeit zu kurieren. Doch bald trifft er auf Marla Singer (Helena Bonham Carter), die ihre Leiden ebenfalls nur spielt. Ihre Anwesenheit torpediert die Entspannung des Erzählers und die Schlaflosigkeit beginnt erneut. Kurz darauf lernt er Tyler Durden kennen. Als die Wohnung des Erzählers explodiert, zieht er bei Tyler ein. Gemeinsam gründen die beiden den Fight Club, einen geheimen Club, in dem sich Gleichgesinnte miteinander prügeln können. Tyler lernt Marla kennen und die beiden beginnen, miteinander zu schlafen.

Wege aus der Bedeutungslosigkeit – Das Ende von Fight Club

Die Auflösung von Fight Club

Die Fight Clubs breiten sich schnell aus und Tyler beginnt, die Mitglieder der Clubs für das anarchistische Projekt Mayhem zu rekrutieren. In bedingungslosem Gehorsam stiften die Freiwilligen Chaos und Verwirrung. Dem Erzähler wird dabei mehr und mehr unwohl. Als Tyler und seine Rekruten eines Tages verschwunden sind, macht sich der Erzähler auf die Suche. Doch er selbst wird von Fremden als Tyler Durden erkannt und schließlich bestätigt auch Marla: Er selbst ist Tyler. Der Erzähler versucht, die Pläne seiner Tyler-Persönlichkeit zu durchkreuzen und es kommt zum Showdown im Bürogebäude einer Kreditkartenfirma – hier setzte ursprünglich die Rückblende ein. Der Erzähler begreift, dass er selbst die Waffe hält, weil Tyler nicht wirklich existiert und schießt sich in den Kopf. So eliminiert er die Tyler-Persönlichkeit, doch er kann nicht verhindern, dass das Projekt Mayhem die Zentralen aller anderen Kreditkartenfirmen in die Luft sprengt.

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Wege zum DVD-Kauf – Der Mindfuck von Fight Club

Analyse des Mindfuck von Fight Club

Fight Club prägte ein Erzählmuster, das anschließend wiederholt kopiert wurde: Die verdeckte Persönlichkeitsspaltung. Diese Form der Täuschung war nicht völlig neu, doch Fight Club ließ erstmalig die imaginäre Persönlichkeit von einem anderen Schauspieler verkörpern. Zudem liefert der Film eine beispiellose Zahl von Doppelbödigkeiten und Hinweisen, die erst Sinn ergeben, wenn man die Auflösung kennt. Immer wieder sagt der Erzähler Sätze, die beim zweiten Anschauen anders verstanden werden müssen. Tyler Durden ist sogar mehrmals für Sekundenbruchteile im Bild zu sehen, bevor er als Figur eingeführt wird. Dadurch hat Fight Club das Zeug zum Kultfilm, den man immer wieder ansehen muss – gerne auch auf DVD, wo man durch Standbilder und wiederholtes Ansehen einzelner Szenen jedes Detail genau unter die Lupe nehmen kann.

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Fazit

Fast jeder Mindfuck-Fan kennt Fight Club und wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies schnellstens nachholen. Bild und Ton sind durch und durch stylisch und die Erzählweise ist ein Lehrbeispiel für effektiven Mindfuck. Edward Norton und Brad Pitt überzeugen in den Hauptrollen und die Story trifft den Zeitgeist einer verlorenen Generation von orientierungslosen Konsumenten. Palahniuks Buch ist noch eine Spur besser, aber auch als Film sollte man Fight Club unbedingt gesehen haben.

Weiterführende Links

Fight Club bei www.imdb.com
Fight Club bei www.rottentomatoes.com
Rezension bei Bücheraxt

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