Cover Öffne die Augen

Öffne die Augen

Nicht den Augen trauen

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Mindfuck-Level: Fortgeschrittener

Das spanische Kino ist in Deutschland eher selten ein Thema. Wenn es nicht um amerikanische, englische oder einheimische Filme geht, wendet sich der Blick eher nach Frankreich. Auch die spanischen Stars fallen oft erst dann auf, wenn sie es nach Hollywood geschafft haben. Öffne die Augen (Originaltitel: Abre los ojos) von Alejandro Amenábar ist einer der wenigen Filme, die auch in Deutschland ein wenig Aufmerksamkeit erhalten haben – spätestens im Zuge des Hollywood-Remakes Vanilla Sky mit Tom Cruise. Doch auch Öffne die Augen erzählt bereits eine Mindfuck-Geschichte, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung Seltenheitswert hatte.

Das Leben – ein Alptraum

Der reiche Playboy César (Eduardo Noriega) lebt mit zahlreichen Affären in den Tag hinein. Doch Nuria (Najwa Nimri), seine letzte Eroberung, lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Als Césars bester Freund Pelayo (Fele Martinez) ihn der hübschen Sofia (Penélope Cruz) vorstellt, ist der Firmenerbe das erste Mal verliebt. Dass auch Pelayo an Sofia interessiert ist, kümmert ihn nicht. César verbringt die Nacht bei Sofia, schläft aber nicht mit ihr. Am nächsten Morgen wartet Nuria auf ihn, lockt ihn in ihr Auto und führt absichtlich einen Unfall herbei. Nuria kommt dabei ums Leben, während César überlebt. Allerdings ist er entstellt. Einige Zeit später geht César mit Sofia und Pelayo aus, doch Sofia weist seine Avancen zurück. Betrunken und von der Vorstellung gequält, dass Pelayo und Sofia etwas miteinander haben könnten, bleibt César auf der Straße liegen und verliert das Bewusstsein.

Dies ist die Geschichte, die César auf einer anderen Zeitebene einem Psychologen erzählt. Hier sitzt César in einer Zelle und trägt die gleiche Gesichtsmaske, mit der er auch zuvor sein entstelltes Gesicht verbergen konnte. Ihm wird ein Mord vorgeworfen.

Öffne die Augen Szenenbild
Quelle: Studiocanal Home Entertainment, DVD: Öffne die Augen

Das Leben – eine Lüge? – Das Ende von Öffne die Augen

Die Auflösung von Öffne die Augen

César erzählt weiter: In der Gosse hat in Sofia geweckt und ihm ihre Liebe gestanden. Kurz darauf haben ihm die Ärzte eröffnet, dass sie sein Gesicht wiederherstellen können. Sogar Pelayo hat César und Sofia seinen Segen gegeben. Doch kurze Zeit später hat César plötzlich Nuria statt Sofia vor sich gesehen. Alle haben ihm eingeredet, dass die Frau, die er als Nuria kennengelernt hat in Wirklichkeit Sofia ist. Schließlich hat er die Frau getötet.

Der Psychologe erzählt, dass César im Traum oft von einer Elli spricht. Schließlich erinnert sich César: Es geht nicht um Elli, sondern um die Firma L.E. Sie bietet reichen Menschen eine besondere Dienstleistung an: Nach dem Tod werden sie eingefroren und sobald die Technologie für eine Wiederbelebung existiert, wieder zum Leben erweckt. César fährt mit dem Psychologen zu L.E. und erfährt von einem weiteren Angebot. Statt in der Zukunft aufzuwachen kann man sich auch in eine Virtuelle Realität versetzen lassen und sie nach den eigenen Wünschen gestalten. Genau das hat César auch getan. Nach seiner Nacht in der Gosse hat er Sofia nie wiedergesehen. Stattdessen hat er einen Vertrag mit L.E. geschlossen und Selbstmord begangen. Dass die Virtuelle Realität so aus den Fugen geraten ist, liegt nur an Césars Schuldgefühlen. César beschließt, dass er lieber in der Zukunft aufwachen will als weiter in einer virtuellen Welt zu leben. Um sein Aufwachen zu erzwingen, stürzt er sich vom Dach.

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Zu schön, um wahr zu sein – Der Mindfuck von Öffne die Augen

Analyse des Mindfuck von Öffne die Augen

Ein alternativer Titel der deutschen Fassung von Öffne die Augen lautete Virtual Nightmare – Open Your Eyes. Dieser Titel ist für einen Mindfuck äußerst bemerkenswert, da er die Auflösung präzise vorwegnimmt. César befindet sich in eine virtuellen Realität und alle Merkwürdigkeiten lassen sich dadurch erklären, dass in dieser virtuellen Welt nicht alles nach Plan verläuft. Nur so konnte es überhaupt zu der wundersamen Wende in Césars Leben kommen, die ohnehin ein wenig zu schön war, um wahr zu sein. Eine gewisse Ironie ergibt sich dadurch, dass César ständig behauptet, er könne Traum und Realität voneinander unterscheiden. Doch wie sich herausstellt, kann er genau dies nicht.

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Fazit

Öffne die Augen schlug seinerzeit große Wellen und markierte den Start der internationalen Karrieren von Penélope Cruz und Alejandro Amenábar. Mit etwas Abstand fragt man sich durchaus, warum Öffne die Augen solche Begeisterung hervorrief. Klar: Alles ist solide gemacht und die Schauspieler liefern ordentliche Leistungen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Auflösung des Films recht weit hergeholt ist. Zudem wird erst mit der Auflösung überhaupt das entscheidende Handlungselement etabliert. So ist es unmöglich, die entscheidende Wendung auch nur zu erahnen. Darüber hinaus wird die Identifikation mit der Hauptfigur dadurch erschwert, dass der ich-bezogene Frauenheld César von Anfang an höchst unsympathisch ist. So bleibt Öffne die Augen ein ordentlicher Film, aber das war es dann auch.

Weiterführende Links

Öffne die Augen bei www.imdb.com
Öffne die Augen bei www.rottentomatoes.com

Bildnachweis: Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Studiocanal Home Entertainment

2 comments on “Öffne die AugenAdd yours →

  1. Bei öffne die Augen muss ich aufgrund des Titels immer an „In ihren Augen“ denken. Passt auch perfekt zum Thema Mindfuck. Wurde glaube ich gerade von dem Amis geremaked, aber ich denke das argentinische Original ist wesentlich ansehnlicher. Lohnenswert auch schon für den One-Shot im Fußballstadion.
    Grüße

    1. Hallo Felix,
      danke für den Tipp. In ihren Augen kenne ich noch nicht. Muss ich mal nachholen.

      Viele Grüße
      Bernd

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