Enter the Void - Cover

Enter the Void

Bunt, aber zäh

Unsere Bewertung
Eure Bewertung
[Anzahl der Stimmen: 7 Durchschnitt: 3]

Mindfuck-Level: Fortgeschrittener

Mindfuck spielt oft mit der Weltwahrnehmung seiner Figuren. Gleichzeitig ist es sehr selten, dass man dabei für längere Zeit wirklich durch die Augen einer Figur blickt. Der Krimi Die Dame im See zeigte – völlig ohne Mindfuck – die gesamte Handlung durch die Augen der Hauptfigur. Im Allgemeinen wird Die Dame im See als gescheitertes Experiment angesehen, doch der französische Regisseur Gaspar Noé schaute sich den Film nach eigenen Angaben im Drogenrausch an und ließ sich so zu Enter the Void inspirieren. Auch hier sehen wir die Handlung fast ausschließlich durch die Augen der Hauptfigur Oscar, sogar als dieser schon längst tot ist.

Tod eines Dealers

Oscar (Nathaniel Brown) lebt zusammen mit seiner Schwester Linda (Paz de la Huerta) in Tokio und hält sich mit Drogendeals über Wasser. Als Oscar von seinem Freund Victor (Olly Alexander) an die Polizei verraten wird, erschießt ihn einer der Beamten. Nun wacht er als körperlose Präsenz über seine Schwester und erinnert sich an die tragische Kindheit, die er mit Linda durchlebt hat. Die Eltern der beiden sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Linda und Oscar haben sich geschworen, einander niemals zu verlassen. Trotzdem mussten beide in verschiedenen Waisenhäusern aufwachsen. Erst als Erwachsene hat Oscar mit der Hilfe von Victors Mutter Linda zu sich nach Tokio holen können. Doch Linda hat den Nachtclubbesitzer Mario (Masato Tanno) kennengelernt und arbeitet seitdem als Stripperin in seinem Club. Als Victor dahinter gekommen ist, dass Oscar mit seiner Mutter schläft, hat er ihn verraten.

Enter the Void - Szenenbild
Quelle: capelight pictures, DVD: Enter the Void

Das Leben nach dem Tod – Das Ende von Enter the Void

Die Auflösung von Enter the Void

Nach Oscars Tod nimmt das Leben seiner Freunde nochmal eine negative Entwicklung. Linda erfährt, dass sie schwanger ist, und lässt das Kind abtreiben. Victor wird von Schuldgefühlen gequält, doch Linda kann ihm nicht verzeihen. Oscars Freund Alex (Cyril Roy) muss sich vor der Polizei versteckt halten und lebt auf der Straße. Schließlich schlafen Alex und Linda miteinander und zeugen ein Kind. Es wird angedeutet, dass Oscar in diesem Kind wiedergeboren wird.

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Ein bunter Höllentrip – Der Mindfuck von Enter the Void

Analyse des Mindfuck von Enter the Void

Zu Beginn des Film unterhalten sich Oscar und Alex über das Leben nach dem Tod und die Möglichkeit der Wiedergeburt. Nach seinem Tod durchlebt Oscar genau die Phasen, über die er mti Alex gesprochen hat: Er erlebt seine Vergangenheit, sieht die Zukunft seiner Mitmenschen und wird schließlich wiedergeboren. Die stellt schon eine Mindfuck-Thematik dar, die sich jedoch dem Zuschauer recht gut erschließt. Ergänzt wird der Mindfuck noch durch äußerst psychedeliche oder außergewöhnliche Bilder – von bunten Drogentrips bis zur Innenperspektive von Lindas Vagina beim Sex mit Alex.

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Fazit

Die Stärke von Enter the Void liegt ganz klar in seiner Optik. Die bunten, extravaganten und mutigen Bilder schaffen es immer wieder, zu beeindrucken. Die Handlung kann dieses Niveau jedoch nicht mithalten und das liegt leider auch wieder an der unkonventionellen Optik. Der Film folgt fast immer Oscars Blickperspektive. Die Rückblenden zeigen ihn sogar in der Bildmitte von hinten, so dass er große Teile des Bilds verdeckt. Oscars Geist sieht viele Dinge aus der Vogelperspektive oder nimmt andere ungewöhnliche Blickwinkel ein. Durch all diese Dinge fällt es schwer, Nähe zu den Figuren aufzubauen. Ein weiteres Problem: Für einen Film von mehr als 2,5 Stunden Dauer passiert in Enter the Void einfach nicht viel. In Summe macht das den Film zu einem recht zähen Erlebnis.

Weiterführende Links

Enter the Void bei www.imdb.com
Enter the Void bei www.rottentomatoes.com

Bildnachweis: Alle Bilder auf dieser Seite © capelight pictures. Die Verwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

1 comment on “Enter the VoidAdd yours →

  1. Hi Bernd,

    ich finde der Film ist ein interessantes Erlebnis, da ist der Name Programm, ach ja und Sex gibts auch!
    Die Länge und das “zähe” Ende zerren an den Kräften, aber für japanophile ein toller optischer Trip.
    Wer noch nie etwas von Gaspar Noé gehört oder gesehen hat sei vorgewarnt, aber ich spiele durchaus mit dem Gedanken mir den Film bei Zeiten nochmal anzusehen, vielleicht mit ein paar guten Gläsern Belvedere 😉

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