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Holy Motors

Kunst ist Arbeit

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Mindfuck-Level: Experte

Der Filmemacher Leos Carax stieg in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren zu einem Liebling der Festival-Szene auf. Anfang der 2000er bemühte er sich dann, zum ersten Mal einen englischsprachigen Film zu realisieren. Doch er brachte das Projekt nie zum Abschluss. Frustriert drehte er schließlich Holy Motors, in dem er auf seine eigene, mindfuck-lastige Weise mit dem Filmbusiness abrechnet. Mit dabei ist auch sein „ewiger“ Hauptdarsteller Denis Lavant.

Ein ganz normaler Arbeitstag

Oscar (Denis Lavant) verlässt am Morgen sein Haus in einer riesigen weißen Limousine. Seine Fahrerin und Sekretärin Céline (Edith Scob) informiert ihn, dass heute neun Termine für ihn anliegen. Es stellt sich heraus, dass Oscar jeden Termin in einer neuen Maske und einer neuen Rolle bestreiten muss.

  • Als Bettlerin verkleidet bittet er um Almosen.
  • In einem Motion-Capture-Anzug führt er verschiedene Kampftechniken vor und simuliert Sex mit einer Frau, die ebenfalls in einem Motion-Capture-Anzug steckt. Ihre Bewegungen werden zur Liebesszene zweier computeranimierter Fabelwesen umgerechnet.
  • Als Wilder verkleidet verschleppt Oscar ein Fotomodell von einem Shooting auf dem Friedhof in die Kanalisation. Schließlich schläft er nackt auf ihrem Schoß ein.
  • Als Vater holt er seine Teenager-Tochter von ihrer ersten Feier ab. Sie behauptet zunächst, viel Spaß gehabt zu haben. Doch in Wirklichkeit hat sie sich die ganze Feier über auf der Toilette eingeschlossen.
  • In einem Zwischenspiel führt er mit einer Band ein Akkordeon-Stück in einer Kirche auf.

Spätschicht – Das Ende von Holy Motors

Die Auflösung von Holy Motors

Oscar führt seine Termine fort, mal in einer Doppelrolle als Mörder und Opfer, mal als sterbender alter Mann. Zwischen den Terminen erfährt man etwas mehr über Oscar selbst: Ein Mann taucht in seiner Limousine auf und berichtet von den Zweifeln der Anderen, ob Oscar noch mit dem Herzen bei der Sache sein. Bei einem Unfall mit einer zweiten Limousine trifft er überraschend seine Kollegin Jean (Kylie Minogue) wieder. Offenbar hat die beiden früher etwas Besonderes verbunden. Doch Jean muss als nächstes eine Selbstmörderin spielen und auch Oscar hat noch einen Termin: Céline setzt ihn in einem Wohngebiet ab, wo er über Nacht den Familienvater für drei Schimpansen spielen muss. Anschließend stellt sie die Limousine in einer Garage unter, wo noch zahlreiche andere Limousinen geparkt sind. Nachdem Céline gegangen ist, unterhalten sich die Autos miteinander und fürchten, dass sie bald veraltet sind.

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WTF? – Der Mindfuck von Holy Motors

Analyse des Mindfuck von Holy Motors

Wer eine zusammenhängende Handlung erwartet, wird von Holy Motors bitter enttäuscht sein. Der Film ist eine Collage aus seltsamen, verstörenden und verunsichernden Momenten. Allein die Figur des Oscar hält die einzelnen Episoden zusammen. Aus dem Kontext geht hervor, dass er eine Art Schauspieler ist. Allerdings gibt es keine sichtbaren Kameras und es bleibt meistens unklar, ob die anderen Personen, auf die Oscar trifft, ebenfalls „Schauspieler“ sind. Am ehesten ergibt Holy Motors trotzdem als Einblick in das Leben eines Schauspielers Sinn. Oscar schlüpft höchst wandlungsfähig in Rollen, muss jedoch harte Arbeit investieren und scheint unter seinem Leben zu leiden. Die Suche nach mehr narrativem Sinn läuft ins Leere. Was bleibt, sind die vielen bizarren Einzelszenen.

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Fazit

Holy Motors ist seltsam. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei. Durch den sehr dünnen roten Faden werden die Geschehnisse auf viele Zuschauer langweilig und zusammenhangslos wirken. Doch die bizarren Szenen üben eine seltsame Anziehungskraft aus, wenn man bereits ist, sich auf den Film einzulassen. Dazu spielt Denis Lavant die Hauptrolle mit vollem Einsatz und hoher Wandlungsfähigkeit. Mindfuck-Anfänger sollten sich von Holy Motors besser fernhalten. Doch für Profis ist der Film sicher einen Versuch wert.

Weiterführende Links

Holy Motors bei www.imdb.com
Holy Motors bei www.rottentomatoes.com

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