DVD-Cover Black Butterfly

Black Butterfly

Frische Ideen?

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Eure Bewertung
[Anzahl der Stimmen: 4 Durchschnitt: 2.5]

Mindfuck-Level: Fortgeschrittener

Schriftsteller sind in gewisser Weise dazu prädestiniert, die Hauptfigur in einem Mindfuck-Film zu sein. Schließlich müssen sie für ihren Beruf eine blühende Phantasie haben und neigen – zumindest im Film-Klischee – zu Isolation und Alkoholismus. Mit anderen Worten: Bei ihnen wirkt es plausibler als bei anderen Berufsgruppen, dass sie Fiktion und Realität nicht mehr trennen können. Wie schon Das geheime Fenster verhandelt Black Butterfly von Brian Goodman das Eindringen eines Fremden in die selbst gewählte Einsamkeit des Schriftstellers. Und auch diesmal endet diese Konstellation im Mindfuck.

Ein ungebetener Gast

Der Schriftsteller Paul (Antonio Banderas) hat schon bessere Tage erlebt. Seit Jahren leidet er unter einer Schreibblockade, trinkt zu viel und kann bald seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Auch seine Ehe ist gescheitert und seine Frau lebt nicht mehr bei ihm. Als eines Tages ein Fernfahrer Streit mit ihm sucht, kommt ihm der Herumtreiber Jack (Jonathan Rhys Meyers) zu Hilfe. Dankbar lädt Paul seinen Retter ein, bei ihm zu übernachten und eine heiße Dusche zu nehmen. Jack bietet an, ein paar Tage zu bleiben und das Haus in Ordnung zu bringen. Als Jack von Pauls Schreibproblemen erfährt, ermutigt er Paul, das Trinken aufzugeben und eine Geschichte über Jack und Paul zu schreiben. Doch Jack überschreitet immer mehr Grenzen und entwickelt sich zu einem ungebetenen Gast.

Szenenbild Black Butterfly
Quelle: EuroVideo Medien GmbH, DVD: Black Butterfly

Ein überführter Mörder – Das Ende von Black Butterfly

Die Auflösung von Black Butterfly

Paul durchsucht Jacks Tasche und findet Ausrüstung, die zu einem gesuchten Mörder passt, der in der Gegend sein Unwesen treibt. Als Paul Besuch von seiner Immobilienmaklerin Laura (Piper Perabo) erhält, versucht er mit ihr zusammen zu fliehen. Doch Jack nimmt die beiden als Geiseln. Kurze Zeit später taucht der Sheriff auf und sucht nach einer vermissten Person. Jack erschießt ihn und stoppt einen weiteren Fluchtversuch von Laura und Paul. Am Abend kommt es zum Showdown: Laura greift Jack an und wird von ihm getötet. Paul wird zwar niedergeschlagen und gefesselt, kann sich aber befreien und bedroht Jack mit seinem Gewehr.

Paul gibt zu, dass er selbst der gesuchte Killer ist und will die Morde Jack in die Schuhe schieben. Doch Jack stellt sich als FBI-Agent vor. Alles war Teil eines komplexen Plans, um Paul zu einem Geständnis zu bewegen. Auch Laura und der Sheriff sind keineswegs tot, sondern Teil des Plans. Zunächst scheint es so, als wäre Pauls Geständnis nicht ausreichend für eine Verurteilung. Aber dann begreift Jack, dass Pauls erstes Opfer, seine Frau, im Garten vergraben liegt. Plötzlich wacht Paul auf: Alles war nur ein Traum. Doch dieser Traum kommt ihm wie ein hervorragender Stoff für sein neuestes Werk vor. Seine Schreibblockade scheint überwunden.

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Eine frische Idee? – Der Mindfuck von Black Butterfly

Analyse des Mindfuck von Butterfly

Black Butterfly konfrontiert den Zuschauer nacheinander mit zwei überraschenden Wendungen. Zunächst stellt sich die Bedrohung durch Jack als komplizierter Set-Up Twist heraus. Jack hat einen komplexen Plan mit zahlreichen Statisten umgesetzt, um den Serienmörder Paul zu einem Geständnis zu bewegen. Warum jemand einen solchen Plan für eine gute Idee halten sollte und wieso Paul überhaupt gesteht, bleibt dabei relativ offen.

Letztlich spielt diese Frage auch nur eine untergeordnete Rolle, denn alles wird von einem zweiten Plot Twist überlagert. Paul ist doch ein unbescholtener Bürger und hat alles nur geträumt. Diese Wendung ist fast so alt wie das Medium Spielfilm und war bereits entsprechend häufig in Filmen zu sehen. In diesem Fall war Pauls kreativer Geist im Schlaf aktiv und hat sich eine Geschichte zusammengesponnen, die Paul im Wachzustand nur noch aufschreiben muss.

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Fazit

Beurteilung von Black Butterfly mit Spoilern zum Filmende

Paul hält seinen Traum für eine so gute Geschichte, dass er sie sofort aufschreiben muss. Damit steht er aber ziemlich alleine, denn die Handlung ist die größte Schwäche von Black Butterfly. Zunächst plätschert alles ohne große Spannung dahin und zum Schluss versuchen zwei ziemlich schwache Plot Twists zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Besonders der Nutzen des zweiten Twists bleibt völlig unklar und zieht den Film insgesamt eher runter. Jonathan Rhys-Meyers spielt den vermeintlichen Schurken angemessen bedrohlich. Doch gegen ein so schwaches Drehbuch kommen die Schauspieler einfach nicht an.

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Weiterführende Links

Black Butterfly bei www.imdb.com
Black Butterfly bei www.rottentomatoes.com

Bildnachweis: Bilder mit freundlicher Genehmigung der EuroVideo Medien GmbH

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