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The Perfection

Niemand ist perfekt
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Mindfuck-Level: Fortgeschrittener

Der Streaming-Dienst Netflix bietet seinen Abonnenten inzwischen eine große Zahl von Eigenproduktionen. Natürlich ist für Filme, die direkt als Stream enden, meistens kein Blockbuster-Budget vorhanden. Stattdessen gilt es oft, durch frische Ideen oder ein gutes Skript zu punkten. Dies versucht auch der Thriller The Perfection von Richard Shepard – Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent des Films. Dabei bedient sich The Perfection bekannten Elementen des Mindfuck.

Künstlerinnen unter sich

Die äußerst begabte junge Cellistin Charlotte (Allison Williams) musste die renommierte Bachoff-Akademie verlassen, um sich um die Pflege ihrer schwer kranken Mutter zu kümmern. Nach dem Tod der Mutter sucht sie wieder den Kontakt und trifft auf Lizzie (Logan Browning), die inzwischen Charlottes Platz als Star der Akademie eingenommen hat. Trotzdem freunden sich die beiden während einer Veranstaltung in China an und schlafen miteinander.

Spontan lädt Lizzie Charlotte ein, sie auf einer zweiwöchigen Urlaubsreise durch die entlegenen Gegenden Chinas zu begleiten. Die beiden machen sich auf den Weg, obwohl Lizzie noch sehr unter dem Kater der letzten Nacht zu leiden scheint. Während der Fahrt in einem chinesischen Bus verschlechtert sich Lizzies Zustand zusehends: Sie zeigt Symptome einer gefährlichen Magen-Darm-Grippe, die aktuell in China grassiert. Auch Charlottes Medikamente helfen Lizzie nicht: In ihrem Erbrochenen finden sich sogar Käfer.

Schließlich werden die beiden mitten im Nirgendwo aus dem Reisebus geworfen. Lizzie sieht, wie sich etwas unter ihrer Haut bewegt und glaubt, ihre Hand sei von Käfern befallen. Charlotte reicht ihr ein Beil und Lizzie hackt sich die Hand ab.

Rache ist süß – Das Ende von The Perfection

Die Auflösung von The Perfection

Wie sich herausstellt, hat Lizzie sich die Käfer nur eingebildet: Charlotte hat ihr die Medikamente ihrer Mutter gegeben, die als Nebenwirkung zu Halluzinationen führen können. Anschließend tat Charlotte alles, um die Halluzinationen zu triggern und Lizzie zur Selbstverstümmelung zu treiben. Charlotte hat ihre Rivalin anschließend in der chinesischen Einöde zurückgelassen, ihre Wunde allerdings professionell verbunden.

Lizzie kehrt als gebrochener Mensch nach Bachoff zurück. Ohne ihre Hand kann sie nicht mehr spielen und Anton (Steven Weber), der Leiter der Akademie, verstößt sie. Sie spürt Charlotte auf, betäubt sie mit einem Taser und bringt sie nach Bachoff. Dort erklärt Charlotte ihre Tat: Sie selbst wurde – wie viele andere hochbegabte Schülerinnen – jahrelang von Anton und seinen Kollegen vergewaltigt und wollte Lizzie aus einem vergleichbaren Schicksal retten.

Charlotte soll von Anton, Lizzie und den anderen Lehrern erneut vergewaltigt werden. Doch Lizzie stand die ganze Zeit auf Charlottes Seite. Sie vergiftet die Lehrer und gemeinsam stellen die beiden auch Anton. Im anschließenden Kampf wird Charlotte schwer an der Hand verletzt, doch die beiden Frauen können Anton überwältigen. In der Schlussszene spielen die beiden Frauen gemeinsam Cello, wobei jede ihre gesunde Hand benutzt. Anton haben sie Arme und Beine abgeschnitten und zwingen ihn, zuzuhören.

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Sehen, was man sehen soll – Der Mindfuck von The Perfection

Analyse des Mindfuck von The Perfection

Der Mindfuck von The Perfection findet fast ausschließlich in der ersten Filmhälfte statt. Obwohl man als Zuschauer in erster Linie Charlottes Erleben zu folgen scheint, wird das Geschehen so gezeigt, wie Lizzie es wahrnimmt – einschließlich der eingebildeten Käfer in ihrem Erbrochenem. Da der Bus ansonsten nur mit Chinesen besetzt ist, die nicht Englisch sprechen, kann keine korrigierende Perspektive angeboten werden. So bleibt kaum eine Wahl, als das Gesehene für bare Münze zu nehmen.

In der zweiten Hälfte des Films erfolgt eine Überraschung des Zuschauers durch eine entscheidende Auslassung: Dass sich Lizzie und Charlotte verbündet haben, um sich an Anton zu rächen, erfährt der Zuschauer erst sehr spät. Dadurch entsteht ein typischer Set-Up-Twist.

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Fazit

The Perfection beginnt zunächst durchaus gelungen und steigert sich gemächlich in seine spannende Handlung hinein. Zusammen mit dem Plot Twist wirft der Film jedoch alle Glaubwürdigkeit über Bord und driftet in ein sehr seltsames Rape-Revenge-Movie ab. Obwohl sich der Film zunächst sehr explizit gibt, findet dabei die Gewalt und insbesondere die Rache vor allem offscreen statt. In Kombination mit den in dieser Phase nicht mehr sonderlich sympathisch wirkenden Protagonistinnen hat The Perfection dadurch dem Zuschauer nichts mehr zu bieten.

Weiterführende Links

The Perfection bei www.imdb.com
The Perfection bei www.rottentomatoes.com

Filme wie The Perfection

Filme mit ähnlichem Mindfuck wie The Perfection

Set-Up-Twist
Black Butterfly (Spanien/USA/Italien2017, Brian Goodman)
Die Unfassbaren – Now You See Me (Frankreich/USA 2013, Louis Leterrier)
Die Unfassbaren 2 (Großbritannien/China/Kanada/USA 2016, Jon M. Chu)
Nine Queens (Argentinien 2000, Fabián Bielinsky)
Oldboy (Südkorea 2003, Park Chan-wook)
Reality XL (Deutschland 2012, Thoman Bohn)
Shutter Island (USA 2010, Martin Scorsese)
The Game (USA 1997, David Fincher)
The Illusionist (USA/Tschechische Republik 2006, Neil Burger)
Trance – Gefährliche Erinnerung (Großbritannien/USA/Frankreich 2013, Danny Boyle)
Wild Things (USA 1998, John McNaughton)

Träume und Halluzinationen
Babycall (Norwegen/Deutschland/Schweden 2011, Pål Sletaune)
Black Butterfly (Spanien/USA/Italien2017, Brian Goodman)
Chasing Sleep (Kanada/USA/Frankreich 2000, Michael Walker)
Der diskrete Charme der Bourgeoisie (Frankreich 1972, Luis Bunuel)
Ekel (Großbritannien 1965, Roman Polanski)
Fear and Loathing in Las Vegas (USA 1998, Terry Gilliam)
Living in Oblivion (USA 1995, Tom DiCillo)
One Way Trip (Schweiz/Österreich 2011, Markus Welter)
Sh! The Octopus (USA 1937, William C. McGann)
Shrooms (Irland/Großbritannien/Dänemark 2007, Paddy Breathnach)
Susan’s Plan (USA 1998, John Landis)
The Brown Bunny (USA/Japan 2003, Vincent Gallo)
The Dark Hours (Kanada 2005, Paul Fox)
The Heart of the Warrior (Spanien 1999, Daniel Monzón)
Traum ohne Ende (Großbritannien 1945, Alberto Cavalcanti, Charles Crichton, Basil Dearden, Robert Hamer)

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Bernd Leiendecker
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