Sh! The Octopus

Traumhafter Tentakel-Trash

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[Anzahl der Stimmen: 1 Durchschnitt: 3]

Mindfuck-Level: Anfänger

Während der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre stieg die Nachfrage nach günstigen Unterhaltungsprogrammen. So kam es zur Produktion von B-Movies – billig produzierten Filmen, die sich mit einem hochwertigeren Film zu einem Double Feature ergänzten und paarweise ins Kinoprogramm genommen wurden. Die Kostenersparnis ließ sich bei B-Produktionen an vielen Stellen erreichen. Es wurde weniger talentiertes oder unbekanntes Personal eingesetzt, die Spezialeffekte waren eher billig als überzeugend und es wurde verstärkt auf bereits existierenden Sets gedreht. Das Resultat waren zahlreiche Filme, die inzwischen von der Filmwelt erfolgreich vergessen oder verdrängt wurden – Filme wie Sh! The Octopus von William C. McGann.

Der große Oktopus des Verbrechens

Eigentlich sind die beiden Polizisten Kelly (Hugh Herbert) und Dempsey (Allen Jenkins) auf dem Weg ins Krankenhaus, da Kellys Frau ein Kind erwartet. Doch eine Reifenpanne zwingt sie während eines Unwetters zum Anhalten. Sie diskutieren darüber, dass der neue Polizeichef dem „großen Oktopus des Verbrechens“ den Kampf angesagt hat und kurz darauf läuft ihnen Velma Vernoff (Marcia Ralston) in die Arme. Sie berichtet, dass ihr Stiefvater, der Erfinder einer mächtigen Strahlenwaffe, in einem nahe gelegenen Leuchtturm ermordet wurde. Im Keller des Leuchtturm sei das Versteck des Oktopus. Die beiden Polizisten begleiten Velma zum Tatort und finden tatsächlich eine unter der Decke hängende Leiche vor. Außerdem treffen sie den neuen Besitzer des Leuchtturms, Paul Morgan (John Eldredge) an. Der Leuchtturm scheint mit Geheimtüren und -gängen übersät zu sein und immer mehr zwielichtige Gestalten tauchen auf. Es stellt sich heraus, dass die vermeintliche Leiche nur eine Puppe ist und bald darauf füllt sich der Leuchtturm mit Gas. Es bleibt nur die Flucht in den Keller.

Irrungen, Wirrungen – Das Ende von Sh! The Octopus

Die Auflösung von Sh! The Octopus

Dort findet die Gruppe keine weiteren Spuren, doch die Luke, die zurück in den Leuchtturm führt, ist plötzlich verschlossen. Kelly versucht, in einem Taucheranzug durch das Wasser zu entkommen, aber ein riesiger Oktopus stoppt ihn und wirft ihn zu seinen Mitstreitern zurück. Inzwischen haben diese einen Weg nach oben gefunden und wie sich herausstellt ist fast niemand, was er zu sein vorgibt. Die meisten Verdächtigen stellen sich als verdeckte Ermittler heraus, nur Velmas Kindermädchen gibt sich als Verbrecherkönigin „Der Oktopus“ zu erkennen. Doch bevor sie mit den Plänen für die Strahlenwaffe fliehen kann, fällt sie dem tatsächlichen Riesenkraken zum Opfer. Dempsey und Kelly versuchen am Schaltpult des Leuchtturms die Türen zu öffnen. Stattdessen sprengen sie das ganze Gebäude in die Luft. Zum Glück war alles nur ein Traum. Kelly hat in Wirklichkeit vor Aufregung über die bevorstehende Geburt seines Sohnes das Bewusstsein verloren und alles spielte sich nur in seinem Kopf ab. Eine Krankenschwester kommt herein und präsentiert Zwillinge – allerdings von Dempsey und dessen Frau.

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Alles ist möglich – Der Mindfuck von Sh! The Octopus

Analyse des Mindfuck von Sh! The Octopus

Der Mindfuck von Sh! The Octopus ist denkbar einfach. Alles ist nur ein Traum von Kelly, der zu einem nicht klar definierten Zeitpunkt das Bewusstsein verloren haben muss. Als er wieder erwacht, stehen die verschiedenen Figuren aus seinem Traum um ihn herum: In Wirklichkeit gehören sie zum Personal des Krankenhauses oder zu Kellys Familie. Diese Form des nachträglich markierten Traums bietet einen großen erzählerischen Vorteil, denn während eines Traums gelten die normalen Gesetze von Logik und Wahrscheinlichkeit nicht zwangsläufig. Also kann jede noch so absurde Verwicklung durch den Traum erklärt werden.

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Fazit

Sh! The Octopus ist ein B-Film wie er im Buche steht. Die Handlung ist vollkommen absurd und angefüllt mit merkwürdigen Wendungen und riesigen Logiklöchern. Hauptdarsteller Hugh Herbert nervt durch sein infantiles Gehabe und sein ständiges unmotiviertes „Woo-woo!“ und die anderen Darsteller reißen auch niemanden vom Hocker. Dennoch hat der Film einen gewissen Charme, da in der heutigen Zeit kaum noch Filme ihre eigene Unzulänglichkeit demonstrieren, ohne dass dies sehr gewollt und damit unlustig wirkt. Nimmt man den genialen Filmtitel hinzu und die trashige Tatsache, dass der „große Oktopus des Verbrechens“ keine Metapher, sondern gleichzeitig eine Riesenkrake und ein kriminelles Genie ist, so hat sich Sh! The Octopus seinen zweiten Stern redlich verdient. Man kann den Figuren nicht ewig dabei zusehen, wie sie mit bedeutungsschwerer Stimme und schockiertem Gesichtsausdruck „The Octopus“ sagen, ohne es zumindest ein klein wenig lustig zu finden.

Weiterführende Links

Sh! The Octopus bei www.imdb.com
Sh! The Octopus bei www.rottentomatoes.com
Rezension bei Silver Scenes
Rezension bei Midnight Only

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